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Das Langzeitprojekt

Marx Gnann - ein Soldat aus Esslingen

Ernst und sich der Bedeutung des Augenblicks bewusst, blickt der junge Soldat in die Kamera. Gnanns Foto steht für das individuelle Schicksal jedes einzelnen Menschen in diesem Krieg.

Ernst und sich der Bedeutung des Augenblicks bewusst, blickt der junge Soldat in die Kamera des Esslinger Fotografen Gustav Scheerer in der Bahnhofstraße. Marx Gnann, aus Ludwigsfeld bei Neu-Ulm gebürtig, von Beruf Müller in Köngen, ist noch keine 20 Jahre alt. Seine Uniform mit dem Sträußchen am Rockaufschlag und der überzogenen Pickelhaube mit der Regimentsnummer ist sauber und wohlgeordnet. Es ist Herbst 1915, der deutsche Vormarsch ist zum Stellungskrieg geworden, und Gnann zieht von Esslingen aus, wo sein Ersatz-Infanterie-Regiment 246 sein Rekruten-Depot I unterhält, in den Krieg. Hat er das Foto seinen Eltern geschickt oder seiner Schwester Martha? Oder gar einem Schatz? Hat er es bei sich getragen?

Gnann ist kein Einzelfall: Millionen solcher Fotografien haben sich erhalten, dazu noch mehr Feldpostbriefe, die Front und Heimat miteinander verbanden. 17 Millionen Menschen starben in diesem Krieg - an der Front, in den Lazaretten, aber auch in den Herkunftsländern der Soldaten, an Unterernährung, an Krankheiten, an Erschöpfung: Soldaten, unterernährte Kinder, Verwundete, Alte und Schwache. Umso mehr muss uns Gnanns Foto auf das individuelle Schicksal jedes einzelnen Menschen im Krieg verweisen.